Gendern bei Google

Gendern ist bei Google nicht beliebt.

Für eine gute Hautärztin eine Website zu optimieren, das ist eine Herausforderung. Nicht nur weil die Konkurrenz groß ist und das Alleinstellungsmerkmal erstmal gefunden werden muss.
Zusätzlich stellt sich die Frage, ob sie ein Mann werden muss. Zumindest auf ihrer Website sollte sie die männliche Bezeichnung tragen, oder? Gendern scheint bei Google nicht beliebt zu sein, das ist mein „Bauchgefühl“. Diese Frage habe ich mir gestellt und damit auch für weitere „Kundinnen“ überlegt, wie ich mit der weiblichen Bezeichnung eines Berufs umgehen soll, damit sie nicht bei Google auf die hinteren Plätze im Ranking fallen.

Jetzt mal genauer – stimmt das? Ist es wirklich wichtig die männliche Bezeichnung auf meiner Website zu nutzen und werde ich dadurch besser gefunden?

Festzustellen ist, dass wir das Jahr 2020 schreiben. Mittlerweile wird u.a. bei Stellenanzeigen das dritte Geschlecht berücksichtigt. Google kennt also nur ein Geschlecht – das männliche? Gendern bei Google = Fehlanzeige?

Bin ich die erste SEO Optimiererin, die sich diese Frage stellt?

Nach einer kurzen Recherche stelle ich fest, dass sich bereits vor mir einige Personen die Frage gestellt haben.

Malte Landwehr von Searchmetrics hat in einem Facebookpost einmal untersucht, wie die unterschiedlichen Berufsbezeichnungen mal mit weiblicher, mal mit männlicher Form, gefunden werden.

Fazit: Nur bei Berufen, die überwiegend auch in der weiblichen Form widergegeben und verwendet werden, wie „Kosmetikerin“ wird auch die weibliche Bezeichnung vorwiegend auf den obersten Plätzen bei Google angezeigt. Für 80% der Berufe lag der Anteil der femininen Variante bei unter 10% des Suchvolumens

Wie traurig ist das denn? Ja, wirklich traurig und nicht zeitgemäß. Noch trauriger ist allerdings aus Unkenntnis bei den entsprechend passenden Sucheinträgen nicht gefunden zu werden und einen klaren Nachteil als Frau im Wettbewerb zu haben.

Was soll ich also meiner Kundin raten?

Was ist ihr wichtiger? Gefunden zu werden oder ihre weibliche Berufsbezeichnung zu behalten und einen Wettbewerbsnachteil zu haben? Natürlich ist das ihre Entscheidung, ich gebe ihr den Rat die männliche Form einzuhalten und dennoch auf ihrer Website auf das Problem hinzuweisen – und warum sie sich so entschieden hat.